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16.07.2018 22:43:15


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Eröffnung des Autobusbetriebes

1928

Am 1. Juli 1928 findet die Eröffnung des Autobusbetriebes Dorf - Platz statt und die Dorfgarage wird gebaut.
Zuerst der Zweiachser und dann auch der neue Dreiachser eingesetzt. Beide Wagen fuhren den ganzen Tag vom Dorf zum Platz und zurück und waren immer recht gut besetzt, da es ein Sonntag war. Gross war am Abend aber die Überraschung des Chauffeurs, dass seine Kasse nach dem ersten Tag ein Manko von 10 Franken aufwies. Der Autobus - Betrieb Davos hat also seinen Anfang mit einem Defizit begonnen.
Die ersten Probleme kamen mit dem Winter. Bei Schneefall musste mit allen zur Verfügung stehenden Wagen Tag und Nacht gefahren werden. Es gab eine Periode, da schneite es sieben Tage und Nächte ununterbrochen, und die Chauffeure mussten die Strecke mit den Bussen und einem begleitenden Sprengwagen dauernd abfahren, um die Fahrbahn in einigermassen verkehrstüchtigem Zustand zu erhalten. Die Strassen wurden noch nicht vom Schnee geräumt, sondern gewalzt, so dass sich oft eine harte Piste von 40 bis 50 Zentimeter Dicke ergab.
Besonders bei Tauwetter waren Pannen durch Einsinken des Busses zeitweise an der Tagesordnung. Dann musste alles aussteigen, um mit Vereinten Kräften den Bus wieder flott zu kriegen oder es mussten in solchen Fällen dann die Pferdeschlitten einspringen, und die Fahrgäste kamen für 40 Rappen zu einer unerwarteten Schlittenfahrt.
Damals kamen dann die Leute in den Bus eingestiegen und fanden die Temperatur durchaus angenehm, obwohl es so kalt war, dass Passagiere und Fahrer an den Eisenteilen kleben blieben. Temperaturmessungen im Bus ergaben, dass sie nie über minus neun Grad stieg, was doch recht angenehm kalt ist. Doch eben, draussen war es noch bedeutend kälter. Damals hatte der Bus noch keine vernünftige Heizung und es dauerte noch mehr als 20 Jahre, bis die ersten wirksamen und zweckmässigen Webast - Ölheizungen für grosse Wagen hergestellt wurden.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Fahrzeuge auf Holzvergaser umgestellt, und der Fahrplan musste stark eingeschränkt werden.
Ein Problem für die Betriebsleitung bilden die starken Frequenzschwankungen zwischen der Hoch- und der Zwischensaison. Wurden zum Beispiel im Monat Mai etwa 85O Personen im Tag befördert, so waren es im Dezember bis zu 10 000.

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